Wann ein Luftentfeuchter sinnvoll ist

Wann ein Luftentfeuchter sinnvoll ist

Alle wichtigen Infos rund um die Funktionsweise und den Einsatz von Luftentfeuchtern

 

Egal ob Keller, Badezimmer oder Garage, wo die Brillengläser beschlagen und sich Schimmelpilz breit macht, regiert eindeutig die Luftfeuchtigkeit. Solche Orte sind ein klarer Fall für Luftentfeuchter. Diese können jedoch nicht nur an Extremstellen Abhilfe schaffen, sondern verhelfen auch in anderen Wohnräumen zu einem idealen Wohnklima. Aber was genau versteht man eigentlich unter einem Luftentfeuchter? Wie funktioniert er? Und wo überall macht der Einsatz eines Luftentfeuchters Sinn? Entdecken Sie alle wichtigen Fragen und Antworten zum Thema Luftentfeuchter.  

 

Was ist ein Luftentfeuchter?

DeLonghi Luftentfeuchter DEX216F navy-bl
Der Feind aller Schimmelpilze

Beim Luftentfeuchter ist der Name Programm: Er entzieht der Luft im Raum die Feuchtigkeit. Um die Luftfeuchtigkeit zu senken, nimmt das Gerät die Luft auf, entzieht ihr den Wasserdampf und führt die Luft wieder in den Raum zurück.

In der Regel lässt sich beim elektrischen Luftentfeuchter die gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen. Er misst also die Luftfeuchtigkeit im Raum und senkt diese, bis der Sollwert erreicht wurde. Dann schaltet der Entfeuchter automatisch ab und legt eine Pause ein, bis die Luftfeuchtigkeit wieder zu steigen beginnt.

Hinweis: Luftentfeuchter werden auch Raumentfeuchter oder Lufttrockner genannt. Umgangssprachlich wird häufig auch einfach nur von einem Entfeuchter gesprochen.

 

Wie funktioniert ein Luftentfeuchter?

Sinn und Zweck eines jeden Luftentfeuchters ist es, das Wasser aus der Luft zu ziehen. Dadurch wird die Luftfeuchtigkeit gesenkt – die Luft trocknet. Dieser Effekt kann beim Luftentfeuchter durch verschiedene Funktionsweisen erzielt werden.

Grundsätzlich funktionieren Luftentfeuchter meist nach den folgenden drei Funktionsprinzipien:

  • Kondensation durch Luftkühlung
  • Absorption in wasseranziehenden Flüssigkeiten
  • Adsorption der Feuchtigkeit an ein Adsorptionsmittel (z. B. Granulat)

Wie funktioniert ein Kondensations-Luftentfeuchter?

Swegon Germany Luftentfeuchter BT60 AirBlue
Dieser Kondensations-Entfeuchter nimmt es gerne mit großen Räumen auf

Im Kondensations-Luftentfeuchter wird die zu trocknende Luft mithilfe eines Ventilators über einen Wärmetauscher geleitet. Die Oberfläche des Wärmetauschers ist so kalt, dass ein Teil des in der Luft gespeicherten Wasserdampfs bei der Berührung mit der kalten Fläche kondensiert. Die getrocknete Luft wird weitergeleitet und vom Luftentfeuchter wieder in den Raum zurückgeführt.

Und das Kondenswasser? Das bleibt. Im Luftentfeuchter gibt es nämlich einen Behälter, in dem das sich beim Trockenvorgang gebildete Kondenswasser gesammelt wird. Damit es dem Luftentfeuchter nicht selbst zu feucht wird, muss er jedoch hin und wieder einfach mal Wasser ablassen.

Während bei einigen Luftentfeuchtern der Wasserbehälter manuell entnommen und geleert werden musss, gibt es auch Geräte mit Schlauchanschluss. Das Wasser kann durch den Schlauch kontinuierlich abgeleitet werden. Alternativ sind manche Modelle mit einer integrierten Pumpe versehen.

Hinweis: Um die Kälte im Geräteinneren erzeugen zu können, enthalten Kondensations-Luftentfeuchter eine Kältemaschine. Bei deren Betrieb entsteht Abwärme und diese führt zu einer Erwärmung der in den Raum zurückgeblasenen Luft.

Wie funktioniert ein Absorptionsentfeuchter?

Die Luft im Entfeuchter kann auch getrocknet werden, indem sie über eine Flüssigkeit geleitet wird, die die Feuchtigkeit aufnimmt bzw. absorbiert. Es handelt sich dabei um hygroskopische also wasseranziehende Flüssigkeiten wie beispielsweise eine wässrige Salzlösung von Calciumchlorid, Lithiumbromid oder Lithiumchlorid.

Der in der Luft enthaltene Wasserdampf geht also in die wasseranziehende Flüssigkeit über und die getrocknete Luft strömt aus dem Gerät. Dadurch, dass die Flüssigkeit immer mehr Wasser aufnimmt, wird sie zunehmend verdünnt und verliert ihre Wirksamkeit. Deshalb muss sie nach einer gewissen Zeit regeneriert bzw. ausgetauscht werden.

Wie funktioniert ein Adsorptionstrockner?

Die Funktionsweise eines Adsorptions-Entfeuchters ähnelt der eines Absorptionsentfeuchters. Allerdings handelt es sich hier um wasseranziehende Materialen anstelle von Flüssigkeiten, die den Wasserdampf anziehen. Zum Einsatz kommen Granulat, Zeolith oder Silika-Gel.

Wie hygroskopische Flüssigkeiten auch, verliert das hygroskopische Material mit zunehmender Feuchte an Wirksamkeit. In etwa wie ein Handtuch, das irgendwann so nass ist, dass es kein Wasser mehr aufnehmen kann.

Während das Handtuch schlichtweg getrocknet werden muss, um erneut Wasser aufsaugen zu können, lassen sich auch die meisten hygroskopischen Materialien durch Erhitzen wieder regenerieren.

 

Wann kommen Luftentfeuchter zum Einsatz?

Wer hätte es gedacht – überall da, wo die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Hohe Luftfeuchtigkeit ist keine Seltenheit und es gibt daher praktisch unzählbar viele verschiedene Einsatzgebiete für Entfeuchter.

Allerdings gibt es bestimmte Räume und Umstände, für die der Einsatz von Luftentfeuchtern besonders typisch ist:

  • Räume mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit
  • Räume mit regelmäßiger Entstehung von Wasserdampf
  • Fahrzeuge
  • Wäschetrocknen

Räume mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit

Sind die Fenster undicht und die Wärmedämmung ist schlecht, herrscht besonders hohe Luftfeuchtigkeit. Auf Dauer hat das ein ungesundes Raumklima zur Folge und in den betroffenen Räumen bildet sich Schimmel. Besonders in historischen Gebäuden und Altbauten ist das häufig ein Problem. Hier können die Räume mithilfe eines Luftentfeuchters, Stoßlüften und Heizen getrocknet und vor Schimmel bewahrt werden.

Räume mit regelmäßiger Entstehung von Wasserdampf

Kraemer&Kraus Luftentfeuchter mobil MRD 14
Für ein dampfendes Bad ohne Gewissensbisse

Warme, lange Duschen und köchelnde Töpfe hören sich nicht nur für die Bewohner verlockend an, sondern sind auch für Schimmel ein gefundenes Fressen. Das liegt daran, dass dabei große Mengen an Wasserdampf entstehen und sich Kondenswasser an Decke und Fenster bildet, was den Schimmel in kürzester Zeit förmlich aufblühen lässt.

Mit einem Luftentfeuchter lässt sich die hohe Luftfeuchtigkeit in Räumen wie Bad, Küche und Festzelt besonders gut in den Griff bekommen. So wird der Raum schnell trocken und warm.

Luftentfeuchter und Fahrzeuge

Mit beschlagenen Scheiben fahren ist wie mit Tomaten auf den Augen spazieren gehen: blöd und vor allem gefährlich. Häufig werden in Autos und anderen Fahrzeugen deshalb Mini-Entfeuchter genutzt, damit die Scheiben nicht beschlagen. Neben dem Ärgernis der beschlagenen Scheiben kann die hohe Luftfeuchte in Fahrzeugen zudem zu Schimmelbildung an der Armatur und Polstern führen.

Nicht nur im Fahrzeuginnenraum können durch hohe Luftfeuchte Schäden entstehen, sondern auch an der Karosserie. Insbesondere wenn Fahrzeuge wie Oldtimer, Wohnmobile oder Bobby Cars über längere Zeit in der Garage stehen, kann es durch hohe Luftfeuchtigkeit zu einer verstärkten Rostbildung kommen. Auch hier kann mit einem Luftentfeuchter in der Garage Abhilfe geschaffen werden.

Trocknung der Wäsche

Die frisch gewaschene Wäsche im Haus zu trocknen, funktioniert nur dann richtig, wenn die Luftfeuchtigkeit gering ist. Umso trockener die Luft, um so besser kann sie die in der Wäsche gespeicherte Feuchtigkeit aufnehmen. Sprich: Die Wäsche trocknet schneller.

Während des Trockenvorgangs steigt die Luftfeuchte im Raum und dieser Effekt wird von Luftentfeuchtern so reguliert, dass die Wäsche auch in Räumen effektiv getrocknet werden kann. Im Wäschetrockner selbst ist der Einsatz eines Luftentfeuchters nicht notwendig.

Hinweis: Luftentfeuchter sind grundsätzlich nur für den Betrieb in geschlossenen Räumen ausgelegt. Sie eignen sich daher nicht für den mobilen Einsatz auf einer Regenwaldtour.   

 

Herrschen tropische Verhältnisse, kann ein Luftentfeuchter sinnvoll sein
Herrschen tropische Verhältnisse, kann ein Luftentfeuchter sinnvoll sein

Wann ist ein Luftentfeuchter sinnvoll?

Im Allgemeinen macht ein Luftentfeuchter überall da Sinn, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und Schimmelbildungen, Staunässe und Milbenwachstum begünstigt. Die ideale relative Luftfeuchtigkeit liegt in Wohnräumen bei 40-60 %. Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit eines Raumes mehr als 65 % ist ein Luftentfeuchter sinnvoll.   

Natürlich kann es häufig auch schon helfen, regelmäßig Stoß zu lüften und ausreichend zu heizen. Es gibt jedoch auch Räumlichkeiten, wo sich Feuchte und Schimmel so nur schlecht kontrollieren lassen. Das gilt insbesondere für Räume, die schlecht gelüftet werden können oder keine Fenster haben. Ein typisches Beispiel sind feuchte Keller.

Welches Funktionsprinzip für die Entfeuchtung Sinn macht, hängt von der Umgebungstemperatur und den Rahmenbedingungen ab: Kondensations-Luftentfeuchter arbeiten besonders effektiv, wenn die Raumtemperatur und die Luftfeuchte hoch sind (z. B. 70 % und 25 °C). Sinken beide Werte, nimmt auch die Wirksamkeit des Kondensationsprinzips stark ab.

Kondensations-Luftentfeuchter eignen sich beispielsweise, um den Trockenvorgang von Wäsche in einem kühlen Kellerraum zu beschleunigen, jedoch nicht zum Trocknen eines unbeheizten Raumes im Winter.

Adsorptions- und Absorptionstrockner hingegen arbeiten auch bei relativ trockener Luft und geringen Temperaturen gut. Bei feucht-warmen Bedingungen verbrauchen sie mehr Energie als Kondensationstrockner.

Was bringt ein Luftentfeuchter im Sommer?

Ein Luftentfeuchter ist im Sommer besonders dann sinnvoll, wenn es warm und schwül ist. An solchen Tagen fühlt sich Schimmel nämlich sehr wohl und breitet sich schnell aus. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Freien, bringt Lüften hier nicht den gewünschten Effekt. Es kann sogar noch mehr Feuchte ins Hausinnere gelangen.

Entzieht ein Luftentfeuchter der schwülen Sommerluft das Wasser, ist das nicht nur praktisch, sondern auch besonders angenehm und verspricht eine gute Nachtruhe.

Hinweis: Auch in Kellern bildet sich im Sommer verstärkt Schimmel, da die feuchte und warme Luft von draußen sich an den kalten Kellerwänden abkühlt und dort feuchte Spuren hinterlässt.  

Was bringt ein Luftentfeuchter im Winter?

Im Winter lässt sich die Luftfeuchte häufig durch Lüften senken, da die Luftfeuchtigkeit im Freien meist geringer ist als im Inneren. Beim Lüften geht allerdings nicht nur Luftfeuchte verloren, sondern auch die Temperatur im Raum sinkt.

Raumentfeuchter hingegen entziehen der Luft lediglich das Wasser und damit die Feuchtigkeit. Mit einem Luftentfeuchter im Winter wird die Luft also trockener und die Wärme bleibt erhalten.

Hinweis: Da trockenere Luft weniger Wasser enthält als feuchte Luft, erwärmt sie sich auch schneller. Mit einem Luftentfeuchter können Sie deshalb im Winter Heizkosten sparen.  

 

Was sollte man beim Luftentfeuchter beachten?

Da es für Luftentfeuchter zahlreiche mögliche Einsatzgebiete gibt, ändern sich auch die Anforderungen an das Gerät von Fall zu Fall. Haben Sie sich für ein Gerät entschieden oder möchten prüfen, inwiefern ein gewisser Luftentfeuchter für Ihre Situation geeignet ist, sind einige wichtige Kriterien zu berücksichtigen.

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf eines Luftentfeuchters stellen:

  • Für welche Temperaturen ist das Gerät geeignet? Falls nötig, hat das Gerät einen Frostschutz?
  • Welche Luftmenge kann das Gerät pro Stunde umwälzen?
  • Ist das Gerät leise/laut im Betrieb?
  • Gibt das Gerät im Betrieb viel Wärme ab?
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch?
  • Wie lange kann der Luftentfeuchter am Stück laufen?
  • Kann die gewünschte Luftfeuchtigkeit stufenlos eingestellt werden?
  • Ist eine Zeitschaltuhr integriert?
  • Schaltet sich das Gerät automatisch wieder ein, wenn die gewünschte Luftfeuchtigkeit überschritten wird?
  • Ist der Luftfilter waschbar?
  • Wie funktioniert die Wasserentnahme? Manuell über den Behälter, per Schlauch, Pumpe?
  • Nimmt das Gerät nach einem Stromausfall den Betrieb wieder von selbst auf?
  • Erzählt das Gerät ausschließlich trockene Witze?

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Luftentfeuchter und einem Luftreiniger?

Beurer Luftreiniger LR 310
Ein Luftreiniger verleiht der Luft ein besonders gepflegtes Auftreten

Bei den vielen Geräten rund um die Luft kann schnell Verwirrung aufkommen. Grundsätzlich machen Luftentfeuchter und Luftreiniger ihrem Namen jedoch alle Ehre und ihre Funktion lässt sich ganz ohne Eselsbrücken erschließen.

Während ein Luftentfeuchter dazu dient, der Luft im Raum die Feuchtigkeit zu entziehen und somit die Luftfeuchtigkeit im Raum zu ändern, reinigt ein Luftreiniger durch den Einsatz von Filtern die Luft. Der Unterschied zwischen einem Luftentfeuchter und einem Luftreiniger liegt also darin, dass ein Luftentfeuchter sich um die Feuchte und ein Luftreiniger um die Qualität der Luft kümmert.

Was ist ein Luftreiniger?

Der Luftreiniger weiß, dass schlechte Luft langfristig krank macht. Denn auch wenn sie kaum sichtbar sind, können Schadstoffe wie Staub, Tierhaare, Viren, Bakterien, Pollen, Schimmel, Rauchpartikel und Gerüche die Luft verpesten. Insbesondere bei Allergikern ist die Qualität der Luft für die eigene Lebensqualität zuhause ausschlaggebend.

Ein Luftreiniger nimmt die Luft auf, reinigt sie durch die integrierten Filter und führt sie dann wieder zurück in den Raum. In dem die allergiehervorrufenden Stoffe und Partikel in der Luft eliminiert werden, wird das Raumklima verbessert.

Hinweis: Einige Luftentfeuchter kommen mit gewissen Filtern. Sie erfüllen damit auch die Rolle eines Luftreinigers und entfernen Partikel und Schadstoffe aus der Luft, während Sie die Luftfeuchtigkeit kontrollieren.

 

Fazit: Schluss mit dicker Luft

Ein Luftentfeuchter senkt die Luftfeuchtigkeit im Raum, ganz klar. Wozu man dafür ein Gerät benötigt ist jedoch nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. In vielen Situationen lässt sich eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und die damit verbundene Schimmelbildung durch richtiges Lüften und Heizen kontrollieren.

An Orten, wo dies schwer oder gar nicht möglich ist oder die Luftfeuchtigkeit bereits ihre Spuren hinterlassen hat, kann jedoch ein Luftentfeuchter sinnvoll sein. Auch an schwülen Sommertagen und im kalten Winter sorgt ein Lufttrockner für ein ideales Raumklima.

Zudem ist Entfeuchter nicht gleich Entfeuchter und während der Sinn und Zweck derselbe bleibt, gibt es unterschiedliche Funktionsweisen. Ob die Luft sich am besten per Kondensation, Absorption oder Adsorption trocknen lässt, sollte vor dem Kauf geklärt werden. Außerdem sind auch grundlegende technische Daten wie der Geräuschpegel und der Stromverbrauch sowie die Funktionen des Geräts zu beachten.

Wann ein Luftentfeuchter sinnvoll ist
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