Alles, was Sie über Rauchmelder wissen müssen

Vorschriften, Funktionsweisen, Pieptöne: Wichtige Infos rund um den Rauchmelder

Vorschriften, Funktionsweisen, Pieptöne: Wichtige Infos rund um den Rauchwarnmelder

 

Piep, piep, piep. Kennen Sie das, wenn der Rauchmelder mitten in der Nacht seine schwache Batterie bekundet? Auch wenn wir uns in dieser Situation an dem Warnton nicht so richtig erfreuen können, sind es genau die alarmierenden Geräusche des Rauchmelders, die im Brandfall unser Leben retten. Doch wo überall müssen Rauchmelder eigentlich montiert werden? Welche Unterschiede gibt es? Und was, wenn der Rauchmelder ununterbrochen piept? Erfahren Sie alles, was Sie über diese kleinen, nervtötenden Lebensretter wissen müssen.    

 

In welchen Räumen ist der Rauchmelder Pflicht?

Grundsätzlich sind Rauchmelder überall da Pflicht, wo Menschen schlafen. Demnach müssen Rauchmelder in Schlafzimmern und Kinderzimmern angebracht werden.

Das ist deshalb wichtig, weil unser Geruchssinn im Tiefschlaf gehemmt ist und wir den Brandgeruch nicht rechtzeitig bemerken. Ein schlafender Mensch verliert bereits nach wenigen Atemzügen das Bewusstsein, ohne den Rauch überhaupt wahrgenommen zu haben. Eine Schlummerfunktion sei dem Rauchmelder also nicht gegönnt.

Die im Brandfall als Fluchtweg aus den Aufenthaltsräumen dienenden Gänge und Flure müssen ebenfalls mit Rauchwarnmeldern versehen werden.

Hinweis: Wohnungen haben in der Regel nur einen Flur und der ist dementsprechend auch der Ausgang im Brandfall und muss mit einem Brandmelder ausgestattet werden. In Häusern gibt es schon eher mal Flure, die nicht als Fluchtweg dienen. Selbst wenn Brandmelder hier nicht verpflichtend sind, sollten sie sicherheitshalber trotzdem angebracht werden.

Wie unterscheidet sich die Rauchmelderpflicht nach Bundesland?

Rauchwarnmelderpflicht für deutsche Haushalte
Haben Sie Ihr Zuhause vorschriftsgemäß ausgestattet?

Während diese Vorschriften der allgemeinen Rauchmelderpflicht für Neubauten deutschlandweit gleich gelten, unterscheiden sich die weiteren Regelungen und Vorschriften je nach Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

In allen Bundesländern außer Sachsen gilt die allgemeine Rauchmelderpflicht auch für Bestandsbauten. In Brandenburg und Berlin sind die Regelungen für Brandmelder besonders streng: Es müssen Rauchmelder in allen Arbeits- und Wohnzimmern ausgenommen der Küche installiert werden.

Hinweis: Küche und Bad werden generell in allen Bundesländern von der Rauchmelderpflicht ausgenommen, da es hier durch Wasserdampf zu Fehlalarmen kommen kann.

 

Wer muss in einer Mietwohnung die Rauchmelder bezahlen?

Während ein Eigentümer sich in seiner eigenen Wohnung wohl nur selbst zur Kasse beten kann, stellt sich in Mietwohnungen die Frage: Wer übernimmt die Kosten? Mieter oder Vermieter? Grundsätzlich ist deutschlandweit der Vermieter dafür verantwortlich, die Mietwohnung vorschriftsgemäß mit Rauchmeldern auszustatten. Demnach trägt der Vermieter die Verantwortung für die Anschaffung und die Installation der Rauchmelder.

Als Mieter müssen Sie sich also hier nicht die Hände schmutzig machen und sind lediglich dazu verpflichtet, die Installation der Brandmelder zu dulden und den damit beauftragten Personen Zutritt zur Mietwohnung zu gewähren.

Theoretisch darf der Vermieter jedoch die Anschaffungskosten für die Rauchmelder im Rahmen der Modernisierungsmieterhöhung anteilig auf die Miete umlegen. Sofern im Mietvertrag vereinbart, darf die Jahresmiete um 11 Prozent der angefallenen Kosten erhöht werden. Da der mit einer solchen Erhöhung verbundene Aufwand im Verhältnis zu den Kosten recht hoch ist, sehen Vermieter in der Praxis häufig von dieser Umlage ab.

 

Welche Arten Brandmelder gibt es?

Während wir das Wort Feuertelegraph heute eher selten verwenden, sind uns Rauchmelder, Brandmelder und Rauchwarnmelder ein Begriff. Doch wo liegt der Unterschied zwischen den verschiedenen Arten? Was genau ist ein Brandmelder?

Der Begriff des Brandmelders fasst grundsätzlich alle technischen Geräte und Anlagen zusammen, die im Brandfall einen Alarm auslösen. Die verschiedenen Brandmelder unterscheiden sich dabei in ihrer Funktionsweise.

Busch-Jaeger CO-Alarm Melder 6839/01-84
Mit CO-Meldern lässt sich das Kaminfeuer besonders genießen

Rauchgas- und Brandgasmelder

Wie das Vögelchen im Bergbau weisen Rauchgas- und Brandgasmelder auf schlechte Luft hin. Überschreitet die Konzentration von Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid und anderen Verbrennungsgasen im Raum einen gewissen Wert, besteht die Gefahr einer Rauchgasvergiftung oder eines Brandes und der Melder schlägt Alarm.

CO-Melder werden beispielsweise in Zimmern mit Kamin eingesetzt, um die Bewohner bei einer zu hohen CO-Konzentration zu warnen und vor einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung zu bewahren.

Der Vorteil von Rauchgasmeldern ist, dass sie auch unbeirrt in rauchigen, staubigen und warmen Räumen eingesetzt werden können.

Wärmemelder

Einem Wärmemelder oder auch Hitzemelder ist stickige und rauchige Luft egal. Wie der Name schon sagt, reagieren diese Melder auf Wärme: Überschreitet die Temperatur im Raum einen gewissen Wert oder steigt unverhältnismäßig schnell an, schlägt der Wärmemelder Alarm. Wärmemelder werden besonders häufig in Küchen und Werkstätten eingesetzt, da die dort besonders feuchte, rauchige oder staubige Luft bei dieser Funktionsweise nicht ständig zu Fehlalarmen führt.

Rauchmelder

Im Gegensatz zu Rauchgasmeldern messen Rauchmelder nicht die Konzentration eines bestimmten Gases, sondern schlagen generell bei einer besonders rauchigen Luft Alarm. Der Rauch kann dabei mit unterschiedlichen Messverfahren erkannt werden.

 

Wie unterscheiden sich Rauchmelder und Rauchwarnmelder?

Das Wort Rauchmelder gab es schon lange bevor Vorschriften für den Brandschutz in privaten Haushalten beschlossen wurden. Rauchmelder kamen nämlich als Teil von Brandmeldeanlagen in Einrichtungen wie Lagerhäusern, Hotels und Krankenhäusern vor und wurden hier auch offiziell vom Gesetzgeber als Rauchmelder bezeichnet. Aufgabe dieser Brandmelder war es jedoch nicht bei Rauch hysterisch zu piepen und die Aufmerksamkeit der Personen auf sich zu ziehen, sondern direkt die Feuerwehr zu alarmieren.

Als man dann die Idee eines Rauchdetektors mit Warnsignal für private Haushalte hatte, war der Name Rauchmelder schon vergeben und ein neuer musste her: Rauchwarnmelder. Auch wenn wir im Sprachgebrauch häufig von Rauchmeldern sprechen, handelt es sich dabei in der Regel eigentlich um Rauchwarnmelder.

Streng genommen unterscheiden sich Rauchmelder und Rauchwarnmelder also darin, dass Rauchmelder einen Brand direkt an die Feuerwehr melden, während Rauchwarnmelder durch ein Warnsignal die Personen in den entsprechenden Räumen alarmieren. Die Feuerwehr muss man dann schon selber einladen.

 

Welche Arten Rauchwarnmelder gibt es?

Rauchmelder und Rauchwarnmelder hin oder her, der Rauch kann auf verschiedene Art und Weise gemessen werden. Der Vorteil von Rauchmeldern im Vergleich zu anderen Brandmeldern ist, dass auch der „kalte“ Rauch von Schwelbränden bereits frühzeitig erkannt wird.

Die am weitesten verbreiteten Rauchwarnmelder sind:

  • Optische und photoelektrische Rauchmelder
  • Ionisationsrauchmelder

In privaten Haushalten werden üblicherweise optische und photoelektrische Rauchmelder installiert. Optische und photoelektrische Rauchwarnmelder arbeiten nach dem Streulichtverfahren und funktionieren mit einer Infrarotdiode bzw. einem Laser und einem lichtempfindlichen Sensor.

Die Infrarotdiode bzw. der Laser sendet einen Lichtstrahl aus. Ist die Luft klar und demnach rauchfrei, wird das Licht praktisch nicht reflektiert. Befinden sich jedoch Rauchpartikel in der Luft, wird der vom Rauchmelder ausgesandte Lichtstrahl an den Partikeln gestreut. Nur in diesem Fall fällt Licht auf den lichtempfindlichen Sensor und der Rauchmelder schlägt Alarm.

Optisch-thermischer Rauchmelder
Ein zweiter Sinn gegen Fehlalarme: Dieser Rauchmelder reagiert auf Wärme und Rauch

Was sind Ionisationsrauchmelder?

Ionisationsrauchmelder kommen als Rauchmelder in privaten Haushalten eher selten zum Einsatz. Sie erkennen Rauchpartikel über radioaktive Alphastrahlung oder Betastrahlung. Demnach müssen bei Installation, Betrieb und Entsorgung der Ionisationsrauchmelder die Strahlenschutzverordnungen berücksichtigt werden und die Geräte kommen lediglich bei besonders gefährdeten Objekten zum Einsatz.

Der Vorteil von Ionisationsrauchmeldern ist, dass sie einen besonders guten „Riecher“ haben: Sie spüren bereits die kleinsten Rußpartikel in der Luft auf und melden daher auch Brände mit einer geringen Rußentwicklung frühzeitig.

Hinweis: Bei sogenannten thermo-optischen Rauchmeldern werden die Funktionen von optischen und photoelektrischen Rauchwarnmeldern und die der Wärmemelder kombiniert. Durch den zweiten Sinn sollen mit solchen Dual-Warnmeldern Brände besser erkannt und Fehlalarme vermieden werden.

 

Wie kann man einen Rauchwarnmelder testen?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt auch für Rauchmelder, denn die helfen im Ernstfall nur dann, wenn sie auch richtig funktionieren. Daher sollten sowohl neue Rauchmelder als auch bestehende Rauchmelder im Rahmen einer Wartungsroutine geprüft werden.

Grundsätzlich gibt es zwei wichtige Aspekte, die Sie bei Ihrem Rauchwarnmelder testen können: Ob sein alarmierendes Stimmchen tut und ob er nach wie vor allergisch auf Rauch reagiert.

Rauchmelder-Alarm über Prüftaste testen

Ob der Signalton Ihres Rauchmelders nach wie vor funktioniert, lässt sich schnell prüfen: Betätigen Sie den Prüfknopf Ihres Rauchmelders. Ertönt das akustische Warnsignal, ist Ihr Rauchmelder funktionstüchtig.

Ihnen klingeln noch nicht die Ohren? Dann versuchen Sie es mit einem Batteriewechsel. Bleibt Ihr Rauchmelder nach erneutem Drücken der Prüftaste weiterhin stumm, tauschen Sie das Gerät aus.

Rauchmelder-Sensor mit Testspray prüfen

Funktioniert das Warnsignal Ihres Rauchmelders nach wie vor, geht es ans Eingemachte. Freuen Sie sich jedoch nicht zu früh! Feuerspielchen unter dem Rauchmelder sind auch jetzt keine gute Idee: Der Teer im Rauch könnte sich nämlich über die Optik des Sensors legen und den Rauchmelder dauerhaft beschädigen.

Mit einem Testspray für foto-optische Rauchmelder lassen sich brandrauchähnliche Aerosole erzeugen und es werden dabei keine schädlichen Rückstände hinterlassen. Eine einfache Methode ganz ohne Brandgefahr!

Wichtig: Halten Sie sich bei der Prüfung und Pflege Ihres Rauchwarnmelders an die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung. Eine gründliche Wartung sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen.

 

Was ist, wenn der Brandmelder piept?

Kein Grund zur Panik. Rauchmelder melden sich rechtzeitig, nämlich mindestens 30 Tage vorher, wenn die Batterie zur Neige geht. Der nervtötende Piepston erklingt immer wieder für mehrere Sekunden lang, bis die Batterie gewechselt wird. Das gilt für alle Rauchmelder, denn Hersteller sind verpflichtet, diesen Batteriewarnton genau so zu konzipieren.

Haben Sie keine Wechselbatterie zur Hand, sollten Sie die schwache Batterie des Rauchmelders auch zwischenzeitlich niemals entfernen. Denn auch wenn der Rauchmelder bereits eine beinahe leere Batterie meldet, funktioniert der Rauchmelder weiterhin und schützt Sie im Brandfall. Also halten Sie durch und wappnen Sie sich fürs nächste Mal mit einer vorrätigen Wechselbatterie!

Hinweis: Um an das Batteriefach zu kommen und die Batterie wechseln zu können, müssen Sie den Rauchmelder von der Decke abnehmen. Bei den meisten Rauchmeldern geht das durch leichtes Drehen oder Abziehen. Schauen Sie sich Ihr Gerät zuerst genau an, bevor Sie voreilig die Decke entfernen.

 

Testen Sie Ihren Rauchmelder niemals mit Zigarettenrauch, Kerzen oder Feuerwerk
Testen Sie Ihren Rauchmelder niemals mit Zigarettenrauch, Kerzen oder Feuerwerk

Warum piept Rauchmelder nach Batteriewechsel?

Die Batterie ist frisch gewechselt und der nervige Piepston hört immer noch nicht auf? Dann versuchen Sie es mal mit den folgenden Punkten:

  • Batterie: Hört sich banal an, aber sind Sie sicher, dass die neue Batterie voll ist? Haben Sie die Batterie mit der richtigen Polung eingesetzt? Prüfen Sie auch, ob Sie den richtigen Batterietyp in der richtigen Größe verwendet haben. Muss die Batterie mit Klebeband befestigen werden, stimmt etwas nicht.
  • Schmutz: Eventuell hat der Rauchmelder genügend Energie, sieht jedoch nicht richtig. Schmutz, Staub und tote Insekten beeinträchtigen die Funktionsweise erheblich. Mit dem Staubsauger oder einem weichen Tuch verschaffen Sie Ihrem Rauchmelder schnell wieder freie Sicht.
  • Sonneneinstrahlung: Vielleicht ist Ihr Rauchmelder auch einfach nur geblendet. Scheint die Sonne direkt auf das Gerät, kann es durch Helligkeit und Wärme nicht mehr zuverlässig messen. Ist das der Fall, müssen Sie Ihrem Rauchmelder eine andere Stelle im Raum suchen. Sonnenbrillen für Rauchmelder gibt es derzeit nicht.
  • Wenn der Rauchmelder piepst, kann eine unterbrochene Funkverbindung der Grund sein
    Funkt es zwischen Ihren Rauchmeldern noch richtig?

    Funkkontakt: Handelt es sich um einen vernetzten Rauchmelder, weist der Piepton möglicherweise auf einen gestörten Funkkontakt hin. Vielleicht funkt ein neues Elektrogerät wie Handy, Router, Mikrowelle oder Funktelefon dazwischen? Die Funkfrequenz finden Sie in der Bedienungsanleitung des Rauchmelders.

 

Hinweis: Bei den Rauchmeldern mit 10-Jahres-Batterien werden Langzeit-Lithiumbatterien eingesetzt. Diese lassen sich nicht austauschen, weshalb der komplette Rauchmelder gewechselt werden muss.

 

Fazit: Nervtötende Piepser und lebensrettende Rauchnasen

Rauchwarnmelder sind sinnvolle und praktische Geräte. Befinden wir uns gerade nicht im Raum oder schlafen tief und fest, schlagen sie bei einer Rauchentwicklung Alarm und lassen den Brand nicht unerkannt. Mit dieser einfachen Brandschutzmaßnahme können somit große und lebensgefährliche Schäden verhindert werden.

Auch der Gesetzgeber findet Rauchmelder wichtig und verpflichtet mit der Rauchwarnmelderpflicht zur Installation der kleinen Rauchnasen. Wo und wie Rauchwarnmelder zu installieren sind, ist in Deutschland allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Doch eins steht fest: Egal, ob Eigentümer oder Mieter, ganz ohne Rauchmelder wohnen ist nicht erlaubt.

Sind die Rauchmelder erst einmal vorschriftsgemäß installiert, verschwenden wir meist keine Gedanken mehr daran. Bis der Rauchmelder sich eines Tages oder – noch schöner – mitten in der Nacht zu Wort meldet und unerbittlich piept. Kein Grund zur Panik: Es heißt jetzt lediglich schnell Batterien wechseln oder gute Nerven beweisen. Damit der Rauchmelder ideal arbeiten kann, sollte er außerdem regelmäßig gepflegt und gewartet werden. Auch der kleine Deckenbewohner benötigt eben hin und wieder etwas Zuwendung.

Alles, was Sie über Rauchmelder wissen müssen